Bierhefe - Alleskönner oder Futtermärchen?

Sie ist besonders im Winter und im Fellwechsel sehr beliebt – die Bierhefe. Sie soll gut für den Fellwechsel sein, viele wichtige B-Vitamine liefern und allgemein sehr nützlich für die Haut und vor allem auch für die Hufe. Immer öfter liest man sogar von einer wohltuenden Funktion für den Darm. Was ist wirklich dran an der beliebten Bierhefe und tun wir unserem Pferd damit wirklich etwas Gutes?

Zeit um sich die Bierhefe einmal genauer anzuschauen: Bierhefe, genauso wie Biertreber ist zunächst erstmal ein Abfallprodukt aus der Bierherstellung. Hefen, auf Futtermitteln häufig als "Saccharomyces cerevisiae" bezeichnet, sorgen bei der Bierherstellung für die alkoholische Gärung. Dieser Abfall wird nach dem Brauprozess getrocknet.

FAKT: in einem Gramm herkömmlicher Bierhefe sind dann ca. 30-40 Mrd. funktions- und vermehrungsfähiger Hefezellen vorhanden. 

Kommt diese getrocknete Bierhefe in Kontakt mit Wasser und Zucker unter Luftabschluss (alles Verhältnisse die im Darm des Pferdes vorliegen) wird sie wieder aktiv und beginnt, den im Futterbrei enthaltenen Zucker in Alkohol umzuwandeln. Die Darmflora des Pferdes jedoch reagiert höchst sensibel auf Alkohol. 

Was stimmt ist, dass Bierhefe in abgetöteter (!!!) Form ein guter Vitamin B Lieferant ist. Zum Thema Vitamin B beim Pferd gibt es mittlerweile jedoch einen Haufen Studien die zeigen, dass ein gesundes Pferd bei gesunder Fütterung und Haltung gar keinen Vitamin B Mangel bekommt. 

Liegt ein solcher Mangel aber tatsächlich vor, stimmt das Gleichgewicht im Darm nicht mehr und man sollte anstatt gärende Hefe zu verfüttern, lieber nach der Ursache forschen und schauen woher die Darmprobleme eigentlich kommen.

Eine im Darm gärende Hefe richtet hier, auch wenn sie gut gemeint gefüttert wird, langfristig mehr Schaden an, als das sie von Nutzen ist.

Leider gibt es auf dem Markt mittlerweile unzählige Bierhefe-Produkte die speziell für Pferde beworben werden. Zudem befindet sich die Bierhefe auch in vielen Sorten von Mineralfutter wieder. Hier wird sie meistens als "Saccharomyces cerevisiae" in der Deklaration aufgeführt.

FAKT: In abgetöteter, das heißt in zerschreddeter Form (diese Form findet man z.B. in der Chromhefe) kann man Hefe durchaus füttern. Achtung! Eine inaktive Hefe ist nicht gleichzeitig auch abgetötet bzw. zerschreddert. Das wird leider auch von Herstellerseite häufig verwechselt. 

Eine bessere Alternative um sowohl den Fellwechsel zu unterstützen, als auch etwas für das Hufwachstum und oder die Hornqualität zu tun, stellt Schwefel (Methylsulfonylmethan (MSM)) dar. 

Vor allem empfiehlt es sich aber, durch eine ganzheitliche Anamnese des Pferdes, zu bestimmen woher die Probleme eigentlich kommen. So kann in der Therapie genau da angesetzt und nachhaltig therapiert werden.

Kim Carina Lagler
Tierheilpraktikerin & Stoffwechseltherapeutin

Du hast Fragen und suchst therapeutische Unterstützung für dein Pferd? Dann lass es mich gerne wissen – ich freue mich darauf euch unterstützen zu dürfen!

Innerhalb von Schleswig-Holstein und Hamburg komme ich gerne persönlich zu euch in den Stall. Solltest du weiter weg wohnen ist auch das kein Problem. Die meisten Fälle lassen sich auch erfolgreich aus der Ferne unterstützen. Schau dazu gerne unter die einzelnen Angebote unter meinen Leistungen.